Generationswechsel bei der faszinatour GmbH

Interview mit Tobias Vetter

Tobias "Tobi" Vetter ist seit Jahresbeginn Teil der faszinatour Geschäftsführung. Nach intensiver Einarbeitungszeit übernimmt er schrittweise mehr und mehr Aufgaben von seinem Vater Werner Vetter, faszinatour Gründer und Geschäftsführer.

Tobi, du bist mit faszinatour groß geworden, was sind deine ersten Erinnerungen an die Firma?

Gute Frage, ich kann mich vage an die ersten Raftingtouren in Tirol erinnern. Damals allerdings noch in Pfunds in Kombi mit Tipi Übernachtungen am Schalklhof. Außerdem kann ich mich an die ersten Ziplines und Seilbrücken erinnern, die damals schon über den Inn führten.

Kannst du uns kurz deinen Werdegang skizzieren?

Gerne! Ich bin in Burgberg im Allgäu aufgewachsen und in Sonthofen zur Schule gegangen. 2012 habe ich mein Abi gemacht und war dann erstmal froh, die Schule hinter mir zu lassen. Die ersten beruflichen Berührungen mit faszinatour hatte ich schon während meiner Schulzeit als Hochseilgarten Trainer in Bolsterlang. Nach dem Abi brauchte ich Geld, um meine geplante Asienreise zu finanzieren und jobbte für TRAINING EVENT SOLUTIONS bei Firmenevents und Teamtrainings in ganz Deutschland. Außerdem half ich weiterhin als Hochseilgartentrainer im faszinatour eigenen Hochseilgarten aus. Nach einem Jahr Pause und vier Monaten Reise, begann ich mein Studium für Sportwissenschaft und Sportmanagement in Innsbruck, wo ich die nächsten vier Jahre studiert und gelebt habe. Idealerweise konnte ich auch hier mein "Taschengeld" bei faszinatour verdienen, dieses Mal als Raftguide auf dem Inn. Nachdem ich 2017 meinen Bachelor gemacht hatte, ging es für mich nach München. Um ein wenig Arbeitserfahrung zu sammeln macht ich ein freiwilliges Praktikum bei einer Marketingagentur, die sich auf Actionsport spezialisiert hatte. Es folgte ein 2. Praktikum bei BMW Sportmarketing, wo ich verschiedene Projekte im Bereich Motorsport, Formel E unterstützen durfte. Weiter ging es dann mit einer Festanstellung bei Moving Adventures, bekannt für die „European Outdoor Film Tour" und die "International Ocean Film Tour.“ Dort kümmerte ich mich um das Location Management für die Touren in ganz Europa und konnte dabei wirklich viel lernen. Ende 2019 zog es mich dann zurück ins Allgäu als sich bei faszinatour eine passende Position ergab. Seitdem bin ich in den verschiedenen Abteilungen tätig. Zwei Jahre lang leitete ich unsere Abteilung ADVENTURE & SPORTS, kümmerte mich in der Abteilung ADVENTURE PARK SOLUTIONS um den Vertrieb der Weltneuheit "Aqua Chimp" und lernte - Seite an Seite mit meinem Vater - das Management kennenlernen.

Wolltest du schon immer Geschäftsführer bei faszinatour werden?

Nein, das war gar nicht mein Ziel als ich zu studieren begann. Und auch noch nicht danach. Ich erinnere mich an ein Gespräch kurz nach meinem Studium, als mich mein Dad angesprochen hatte, ob ich nicht jetzt schon mit einsteigen möchte. Für mich war das damals noch nicht der richtige Zeitpunkt. Ich wollte Arbeitserfahrung sammeln, andere Betriebe sehen und auch noch einmal in einer anderen Stadt leben. Als ich dann 2019 zurück ins Allgäu kam, sah das Ganze schon anders aus. So richtig konkret wurde es allerdings erst ab 2020.

Welche drei Dinge sind dir für deine neue Aufgabe besonders wichtig?  

Flexibilität, Motivation, Leichtigkeit.

Wohin geht die Reise/welche Strategie verfolgst du bis 2030?

Ich denke, wir müssen am Puls der Zeit bleiben. faszinatour hat schon immer auf die Bedürfnisse des Marktes reagiert und sich so über die Jahrzehnte weiterentwickelt. Wenn wir diese Strategie beibehalten und es schaffen, uns den schnell ändernden Trends anzupassen, sind wir auf dem richtigen Weg. Ob das Pandemie, Klimawandel oder Veränderungen im Tourismus sind - wir sollten gewappnet sein und uns entsprechend aufstellen.

Was sind aktuell deine größten Herausforderungen?

Natürlich kommt gerade ein Batzen Verantwortung auf mich zu, mit dem ich mich zunächst mal zurechtfinden muss. Da wäre es falsch zu sagen, dass mich das kalt lässt. Die Pandemie wird 2022 mit Sicherheit noch eine große Herausforderung für uns alle darstellen. Ich bin zuversichtlich, dass wir diese Zeit gut bewältigen, bin aber auch realistisch, dass hier die Weichen richtig gestellt sein müssen, um speziell das Firmen-Event-Geschäft wieder zu stärken. Sicher gilt es aktuell auch, Akzeptanz und Wertschätzung im Unternehmen von den Mitarbeitern zu gewinnen. Ich trete ja schon in ziemlich große Fußstapfen. Die meisten hier sind schon deutlich länger dabei als ich und kennen faszinatour sehr gut - da kann man sich ganz oft auch eine Scheibe davon abschneiden! Ich bin da aber recht zuversichtlich, dass ich das hinbekomme, wenn ich mit Herzblut an meine neue Aufgabe herantrete!

Warum kommst du morgens zur Arbeit?

Um am Ende des Tages mit einem Grinsen nach Hause zu gehen und zu wissen, dass man auf etwas hinarbeitet, was Freude bereitet und im besten Fall andere Menschen weiterbringt. Ob das der Bau eines Adventure Parks ist, der dem Betreiber einen neuen Geschäftszweig eröffnet oder ein Teamtraining, mit dem neue Auszubildende motiviert ins Geschäftsleben starten: Zu wissen, dass für andere Personen ein wertiges Ergebnis entsteht, motiviert mich unheimlich! Mir ist es sehr wichtig, einer Arbeit nachzugehen, die Sinn ergibt und bei der ich mich selbst entwickeln und auch entfalten kann. Stupides Abarbeiten, um Geld zu verdienen, wäre genau das Falsche für mich.

Was machst du gern in deiner Freizeit?

Ich bin super gerne draußen! Egal, ob beim Snowboarden im Winter oder zum Mountainbiken und Rennradeln im Sommer. Auch das Reisen gehört immer noch zu meinen Hobbies, wenn auch zeitbedingt etwas weniger als in meiner Studienzeit.